Klassische Musik in der Musiktherapie und in der Musikpädagogik


... diesem Titel waren knapp fünfzig Gäste am 29. Februar 2008 in das Bremer "Haus der Wissenschaft" gefolgt. Der wiederholt gewählte Veranstaltungsort ist eine gute Adresse: das mittelalterliche Haus ist zentralgelegen, wird sowohl von der Stadt Bremen als auch der Universität Bremen getragen, und bietet wissenschaftliche Veranstaltungen auf hohem Niveau an. Angesprochen fühlten sich Kollegen aus medizinischen und sozialen Berufen, aus der Kunsttherapie, Pädagogen aus allgemeinbildenden Schulen und Universität, von Sonderschulen und aus dem Sozialbereich, Heilpädagogen, Musiker und besonders die praktizierenden und studierenden Musiktherapeuten.

 

Die Vorträge waren eingebettet in den 2. Fachtag einer Reihe, die sich "Musik in meinen Ohren" nennt. Das Ziel der Fachtage ist, den Kolleginnen und Kollegen im norddeutschen Raum eine regionale Fortbildung anzubieten und die Musiktherapie in stärkerem Maß in der Öffentlichkeit zu verankern. Hohes Niveau hatte auch der Vortrag mit Therapiebeispielen von Dr. Isabelle Frohne-Hagemann, die als ausgewiesene Expertin über "GIM - Guided Imagery and Music" referierte. Bei dieser Methode "GIM" wird fast ausschließlich klassische Musik verwendet, die nach ihrem Charakter zu bestimmten "Programmen" zusammengestellt ist. Patient und Therapeut begeben sich zum Klang des vorher ausgewählten Themas auf eine imaginative "Reise", bei der die Therapeutin das bildhafte Erleben durch nicht-deutende Fragen unterstützt. Dadurch können innere seelische Abläufe benannt und im Nachgespräch geklärt werden.

 

Träger der Veranstaltung war "BIM − Bremer Institut für Musiktherapie und seelische Gesundheit e.V.". Eine Fachgruppe von z. Zt. 14 Kolleginnen und Kollegen führen zusammen mit dem Vorstand, Förderern und Freunden der Musiktherapie Projekte durch und machen verschiedene Beratungsangebote. Die kontinuierliche Entwicklung dieser unabhängigen und als gemeinnützig anerkannten Organisation ist das Ergebnis einer jahrelangen kollegialen Zusammenarbeit über Schulengrenzen hinweg.

 

Neu bei der diesjährigen Veranstaltung war die Kooperation mit einer freien Musikschule, da Musiktherapie und Musikpädagogik eine gemeinsame Schnittmenge haben. Wie Frau Pilster von "Casadella Musica" ausführte, wird diese nicht nur auf der individuellen Ebene deutlich. Bei Kindern, die Ergotherapiestunden erhalten, versuchen die Eltern häufig eine Ergänzung auch durch Musikunterricht, wobei die Pädagogen, so die Leiterin, für die bewusste Einsetzung von musikalischen Mitteln zu therapeutischen Zwecken nicht ausgebildet sind. Auf der gesellschaftlichen Ebene fördert die Stadt Bremen durch Instrumentalunterricht in Kleingruppen auch Kinder in sozialschwachen Stadtteilen, da dort erfahrungsgemäß nur wenig Kinder durch ihre Eltern an aktives Musizieren herangeführt werden. Sowohl durch ihre Eltern an aktives Musizieren herangeführt werden. Sowohl die Bastian-Studie, als auch die Shell-Jugendstudie liefern Befunde zur persönlichkeitsbildenden Wirkung des Musizierens und der Notwendigkeit, der Gewaltbereitschaft konkret (musikalische) Bildung entgegenzusetzen.

 

BIM bietet Interessierten an, die GIM-Methode in persönlichen Sitzungen kennenzulernen.

 

Weitere Informationen und Terminvereinbarung:

Diplom Psychologin Ilse Wolfram

Lehrmusiktherapeutin DmtG

Tel. 0421 / 70 55 54

 

Rede I. Wolfram 

Rede B. Pilster    

 

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